Gefüllte Scholle mit Nordseekrabben, Blattspinat und Risotto

Während seines Kurzaufenthalts in Osnabrück am vergangenen Wochenende ergab sich für Herrn Kuna die Gelegenheit zu einem netten Kochevent mit Kathi, Jörg und Katrin.

Der ursprüngliche Plan, einen Pulpo in der eigenen Tinte zuzubereiten, scheiterte leider mangels Zutaten – das kann einem in Osnabrück an einem Samstag schon mal passieren 😉

Aber kein Problem, Kathis kürzlich erstandenes Kochbuch (Born to cook I, Tim Mälzer), bot einen interessanten Rezeptvorschlag: Ganze Scholle, gefüllt mit einer zitronig-sauren Mischung aus Blattspinat, Tomaten und Zitronenwürfeln, dazu Blattspinat mit Weißweinrisotto.

Als Fisch bot die Scholle relativ wenig Fisch, dafür umso mehr Haut, die es aufzuschlitzen galt, um zwei schöne Taschen in jede der beiden Schollen zu bekommen. Mühsam, aber bei der zweiten klappte es schon wesentlich besser. Der Trick ist, keinesfalls zu zimperlich zu sein. Die weiße Haut an der Bauchseite ist beinahe so robust wie Leder und man braucht keine Sorge zu haben, dass man diese leicht zerreißt.

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Gefüllt wirkt die Scholle schon um einiges voluminöser, und auf einem Semmelbröselbett macht sie auch einiges her. Rund 12 Minuten in den Ofen bei 190 Grad. Währenddessen kümmerte sich Jörg ums Risotto, was ihm wieder einmal wunderbar gelang. Das letzte Meeresfrüchterisotto beim Italiener in Wiesbaden sah dagegen ziemlich alt aus!

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Der Blattspinat hat eine mutige Spur Knoblauch verpasst bekommen, den Katrin in emsiger Kleinarbeit gewürfelt hatte.

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Zum Vorspeisensalat gab es ein zugegebenermaßen recht flüssiges Dressing, über das natürlich geteilte Meinungen herrschten. Egal, mir persönlich schmeckte es.

Kathi machte sich zwischenzeitlich schon mal daran, das fulminante Dessert, eine Kokos-Zitronentarte, vorzubereiten.

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Da wir schon fast ausgehungert dem Hauptgang entgegenfieberten, reichten wir zum Vorspeisensalat auch gleich den für hinterher bestimmten Käse: Brie und ein anderer Weichkäse, der geschmacklich ein wenig an Morbier erinnert.

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Fertig zubereitet und mit Croûtons und Nordseekrabben garniert wusste das Fischgericht zwar optisch zu beeindrucken. Nur bewahrheitete sich die prophezeite mager ausfallende Fischausbeute leider. Böse Zungen würden sogar sagen: "Außer Gräten nichts gewesen!" Das allerdings kann ich so nicht unterschreiben – die Komposition Fisch, Knoblauchspinat und Tomate mit zitroniger Note war wunderbar. Was störte war dagegen tatsächlich das wenige Fischfleisch.

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Erst als Kathi die beiden Fische fachgerecht sezierte, kamen wir dann alle doch noch in den Genuss unterschiedlichster Bestandteile der Scholle. Man darf es hier eigentlich kaum erwähnen, aber der Genuss ging sogar mal ins Auge (ja, das darf hier ausnahmsweise wörtlich verstanden werden). Auch hier gingen die Meinungen über die Frage "Genuss oder Ekel?" natürlich wieder weit auseinander.  

Insgesamt war es dann doch für jeden eine ordentliche Portion gewesen, weshalb wir das Dessert nicht direkt im Anschluss in den Ofen schoben. Stattdessen schoben wir ein paar Kärtchen über den "Einfach genial"-Spielplan – die Zitronentarte genehmigten wir uns später. Trotz des widerspenstigen Temperaturverhaltens des Ofens war die Tarte ganz gut, geschmacklich auf jeden Fall.

Alles in allem ein gelungener Kochabend!

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